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Private KrankenversicherungPKV · ORIENTIERUNG FÜR SELBSTSTÄNDIGE

PKV-Beitragserhöhung: Was kannst du als selbstständiger Gastronom tun?

Dein PKV-Beitrag steigt. Bevor du etwas änderst, lohnt sich ein genauer Blick: auf deinen Tarif, die Leistungen und das Geld, das du selbst tragen kannst.

Warum steigt der Beitrag überhaupt?

In der privaten Krankenversicherung hängt dein Beitrag unter anderem vom Eintrittsalter, dem bei Vertragsbeginn eingeschätzten Gesundheitsrisiko und den vereinbarten Leistungen ab. Er richtet sich grundsätzlich nicht danach, wie viel dein Restaurant gerade verdient.
Wenn sich maßgebliche Rechnungsgrundlagen dauerhaft verändern, kann eine Beitragsanpassung erforderlich werden. Dazu gehören die Versicherungsleistungen und die Sterbewahrscheinlichkeiten. Für die Anpassung gelten gesetzliche Voraussetzungen; ein unabhängiger Treuhänder muss sie überprüfen und ihr zustimmen. Der Brief ist deshalb ein Anlass, deinen Vertrag zu prüfen – für sich allein aber noch kein Beleg für einen ungeeigneten Tarif.

1. Verschaffe dir einen Überblick

Lege die Änderungsmitteilung, deinen Versicherungsschein und die aktuellen Tarifbedingungen nebeneinander. Notiere:
  • Wie hoch sind der bisherige und der neue Beitrag?
  • Ab wann gilt die Änderung, und wann ist der Brief bei dir angekommen?
  • Welche Bausteine sind betroffen: Krankenversicherung, Pflegepflichtversicherung oder weitere Absicherungen?
  • Wie hoch ist dein jährlicher Selbstbehalt?
  • Welche Leistungen möchtest du auf jeden Fall erhalten?
Rechne die Erhöhung auch auf zwölf Monate hoch. So siehst du, welche zusätzliche Belastung du in deiner privaten Planung berücksichtigen musst. Halte private Versicherungsbeiträge und betriebliche Rücklagen dabei auseinander: Geld für Wareneinkauf, Löhne oder eine Reparatur sollte nicht stillschweigend zur Reserve für deine Behandlungskosten werden.

2. Frage nach einem Tarifwechsel beim bisherigen Versicherer

Du musst für eine Tarifprüfung nicht sofort das Unternehmen wechseln. Nach § 204 VVG kannst du unter den gesetzlichen Voraussetzungen einen Wechsel in andere Tarife deines Versicherers mit gleichartigem Versicherungsschutz verlangen. Dabei werden die erworbenen Rechte und die Alterungsrückstellung angerechnet.
Bitte um eine verständliche Gegenüberstellung: Welche Leistungen sind gleich, welche geringer und welche höher? Welcher Beitrag gilt für dich? Welche weiteren Bedingungen kommen hinzu?
Enthält der neue Tarif höhere oder umfassendere Leistungen, können für diese Mehrleistungen ein Risikozuschlag, ein Leistungsausschluss oder eine Wartezeit relevant werden. Lass dir genau erklären, welcher Unterschied die Prüfung auslöst. Ein Tarifwechsel bedeutet daher weder automatisch eine Ersparnis noch automatisch unveränderte Leistungen.

3. Entscheide, welche Leistungen dir wichtig sind

Eine Krankenversicherung soll auch dann passen, wenn du sie brauchst. Schau deshalb über den neuen Monatsbeitrag hinaus. Nutze für den Vergleich beispielsweise diese Fragen:
BereichDas solltest du gegenüberstellen
Ambulante BehandlungWelche Erstattungsgrenzen und Bedingungen gelten für Ärzte, Medikamente, Heil- und Hilfsmittel?
KrankenhausWelche Unterbringung und ärztlichen Leistungen sind vereinbart?
ZahnbehandlungWelche Erstattungen, Grenzen und Bedingungen gelten für Behandlung und Zahnersatz?
Eigene KostenWelche Selbstbehalte und sonstigen Eigenanteile können entstehen?
Weitere AbsicherungWas bleibt beispielsweise beim vereinbarten Krankentagegeld bestehen?
Diese Fragen sind eine Arbeitsgrundlage, keine vollständige Leistungsprüfung. Lass Unterschiede in deinen tatsächlichen Vertragsunterlagen erklären. Leistungen, auf die du verzichtest, kannst du später möglicherweise nur nach erneuter Risikoprüfung wieder einschließen.

4. Rechne einen höheren Selbstbehalt durch

Ein höherer Selbstbehalt kann den Beitrag senken. Dafür übernimmst du einen größeren Teil der versicherten Behandlungskosten selbst. Ob sich das lohnt, hängt vom konkreten Tarif und den tatsächlich anfallenden Kosten ab.
Fiktives Rechenbeispiel – kein Tarifangebot:
Fiktives Rechenbeispiel – kein Tarifangebot
BezeichnungBisherAlternative
Monatsbeitrag700 €640 €
Beitrag für zwölf Monate8.400 €7.680 €
Jährlicher Selbstbehalt500 €1.500 €
Beitrag plus vollständig ausgeschöpfter Selbstbehalt8.900 €9.180 €
Du sparst in diesem Beispiel 720 Euro Beitrag im Jahr. Gleichzeitig steigt der mögliche Selbstbehalt um 1.000 Euro. Wenn in beiden Varianten genügend erstattungsfähige Kosten anfallen, um den jeweiligen Selbstbehalt vollständig auszuschöpfen, zahlst du mit der Alternative insgesamt 280 Euro mehr.
Die Rechnung nimmt ansonsten gleiche Leistungen an. Sie berücksichtigt weder Steuern noch Beitragsrückerstattungen oder andere Eigenanteile und zeigt keine vollständige Kostengrenze. Bei geringeren Behandlungskosten sieht das Ergebnis anders aus.
Für deinen Alltag zählt außerdem: Kannst du den höheren Eigenanteil auch während einer ruhigeren Saison bezahlen? Und beachte, dass eine spätere Senkung des Selbstbehalts eine Mehrleistung sein kann, für die eine Gesundheitsprüfung verlangt wird.

5. Prüfe einen Versichererwechsel besonders sorgfältig

Bei einem anderen Unternehmen wird ein neuer Vertrag geprüft. Dabei können dein heutiger Gesundheitszustand und dein Alter die Annahme und Konditionen beeinflussen. Auch die Mitnahme von Alterungsrückstellungen ist begrenzt und hängt vom Vertragsbeginn ab.
Vergleiche deshalb eine externe Alternative erst dann belastbar, wenn Leistungen, tatsächliche Konditionen und Folgen für vorhandene Rechte geklärt sind. Ein günstiger Einstiegsbeitrag sagt nicht voraus, wie sich beide Tarife künftig entwickeln.
Beachte die Frist: Bei einer Beitragserhöhung aufgrund einer Anpassungsklausel sieht § 205 Absatz 4 VVG grundsätzlich eine Kündigung innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Mitteilung vor, wirksam zum Zeitpunkt der Erhöhung. Für eine private Vollversicherung, die die gesetzliche Krankenversicherung ersetzt, muss außerdem eine lückenlose Anschlussversicherung nachgewiesen werden. Kläre Frist und Nachweis vor einer Kündigung für deinen konkreten Vertrag.

Dein nächster Schritt

Du brauchst zuerst eine nachvollziehbare Vergleichsgrundlage. Notiere deinen heutigen Schutz und fordere geeignete Alternativen an. Entscheide erst, wenn du die Unterschiede bei Leistungen, Beitrag und Eigenkosten verstanden hast.
Das PKV-Geheimrezept hilft dir, die Anfrage an deinen Versicherer vorzubereiten und die Antworten zu ordnen. Es enthält eine Anleitung, Musterbriefe und ein Vergleichsblatt.

PKV-Geheimrezept ansehen →

Auf der nächsten Seite kannst du es für den persönlichen Versand durch David per WhatsApp anfordern. Eine Beitragsersparnis wird nicht zugesagt.

Häufige Fragen

Kann ich auch ohne Beitragserhöhung meinen Tarif prüfen lassen?

Ja. Das gesetzliche Tarifwechselrecht innerhalb deines Versicherers setzt keine Beitragserhöhung voraus. Ob und welcher Tarif passt, muss anhand deines bestehenden Vertrags und der Alternativen geprüft werden.

Ist ein höherer Selbstbehalt immer günstiger?

Nein. Die mögliche Beitragsersparnis und die zusätzlichen Eigenkosten gehören zusammen. Auch deine verfügbaren Rücklagen sind für die Entscheidung wichtig.

Hilft ein Tarifwechsel auch bei meiner Altersvorsorge?

Eine tatsächliche Entlastung kann deinen verfügbaren Spielraum verändern. Wie du später deinen Lebensunterhalt und deine PKV bezahlst, ist eine eigene Planungsfrage. Wenn du früher weniger arbeiten möchtest, kannst du dafür den Gastro-Vorsorgecheck starten.
Gastro gut versichert · Allianz-Agentur David Pereira da Cruz
Allgemeine Informationen zur Orientierung. Welche Änderung zu deinem Vertrag und deinem Bedarf passt, lässt sich erst anhand deiner Unterlagen beurteilen. Beratung und Vermittlung durch David erfolgen als Allianz-Vertreter.